Deutscher Alterspreis 2016: Jury wählt sieben Kandidaten aus
Datum: 05.10.2016
Was sind die besten Ideen für vielfältiges Wohnen im Alter? Diese Frage stellt die Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Deutschen Alterspreises 2016. Ausgezeichnet werden Initiativen, die mit neuen Wohnkonzepten mehr Unabhängigkeit im Alter ermöglichen. Für die Preisverleihung am 15. November in Berlin hat die Jury nun sieben Projekte nominiert.
Unabhängigkeit im Alter und Wohnkonzepte, die der Vielzahl der Lebenskonzepte gerecht werden: Um diese Ziele zu verwirklichen, braucht es gute Ideen von Architekten und Technikern sowie Menschen, die den Mut aufbringen, sich auch im Alter auf Neues einzulassen. Die sieben Projekte, die die Jury zum Deutschen Alterspreis 2016 ausgesucht hat, zeigen vorbildhaft, dass sowohl Ideen als auch Mut durchaus vorhanden sind.
Die Nominierten
Das LebensPhasenHaus - Ein Zuhause ein leben lang der Universität Tübingen erklärt, wie Technik den Alltag älterer Menschen vereinfachen kann. Zum einen bietet es interessierten Menschen die Möglichkeit, hautnah barrierefreie Wohn- und Freiraumkonzepte zu erleben und altersgerechte Assistenzsysteme sowie digitale Informations- und Kommunikationstechnologien vor Ort auszuprobieren. Zum anderen ermöglicht es Wissenschaftlern, Politikern und Menschen aus der Wirtschaft, sich miteinander zu vernetzen.
Die Miete und den Einkauf teilen, aber dennoch unabhängig und selbstständig leben: In der Senioren-WG ist dies möglich. Geeignete Mitbewohner finden Interessierte auf senioren-wg-finden.de. Die eleven55 GmbH, die die Website ins Leben gerufen hat, zeigt, dass für junge Unternehmen auch die ältere Zielegruppe interessant sein kann.
Bei Lebensort Vielfalt geht es in erster Linie darum, ein Zeichen für Akzeptanz und Integration zu setzen. Die Schwulenberatungsstelle Berlin hat im Jahr 2012 24 Privatwohnungen für junge und ältere schwule Männer und Frauen sowie eine Pflege-Wohngemeinschaft für pflegebedürftige schwule Senioren eingerichtet.
Veringeck - Wohnprojekt für Senioren unterschiedlicher Kulturen aus Hamburg Wilhelmsburg zeigt, wie man Vorurteile abbauen und ältere Menschen verschiedener Kultur unter einem Dach vereinen kann. Sie erhalten eine individuelle, kultursensible Betreuung und Pflege.
Mit dem Projekt GenerationenKult-Haus hat Reinhard Wiesemann 2012 ein Haus für mehrere Generationen mitten in der Essener Innenstadt geschaffen. Momentan leben rund 50 Menschen zwischen 11 und 78 Jahren dort. Auf 3.000 Quadratmetern gibt es neben Wohnungen Gemeinschaftsräume, ein Café sowie einen Kunst-und Trödelmarkt.
Zusammen wohnen und aktiv altern - das ist das Motto der Lebenstraumgemeinschaft Jahnishausen, die sieben Frauen im Jahr 2001 auf einem Rittergut in Sachsen gegründet haben. Mittlerweile wohnen in der genossenschaftlich organisierten Gemeinschaft 42 Erwachsene und 5 Kinder, je nach ihren Wünschen und Bedürfnissen in Wohngemeinschaft oder Einzelwohnungen.
Mit Wohnen in bester Gesellschaft hat die Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen unter Beteiligung älterer Bewohner ein seniorengerechtes Quartier erschaffen. Entstanden sind 60 Wohnungen mit ebenerdigen Duschen, Türverbreiterungen, Aufzügen und technischen Assistenzsystemen.
Preisverleihung in Berlin
Die Gewinner des Deutschen Alterspreises 2016 werden am 15. November in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung bekanntgegeben. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 120.000 Euro verteilt sich auf einen Haupt- und zwei weitere Preise. Die Robert Bosch Stiftung vergibt außerdem den undotierten Otto Mühlschlegel Preis. Schirmherrin des Preises ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.