Treppe statt Stepper - Wie sich mit einfachen Übungen die Gesundheit verbessern lässt
Datum: 05.10.2016
Mehr Bewegung im Alltag - unter diesem Leitgedanken hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein Programm für Menschen ab 60 Jahren entwickelt, mit dem sich Fitnessübungen in das tägliche Leben integrieren lassen. Es basiert auf aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen und soll ab 2017 bundesweit in das Angebot von Sportvereinen aufgenommen werden.
Nicht alle Menschen haben Zeit oder Lust, ins Fitnessstudio zu gehen. Für alle, die einen weiten Bogen um Hantelbank und Beinpresse machen, gibt es dennoch gute Möglichkeiten sich gesund zu halten: durch Übungen, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen. Im Rahmen des AlltagsTrainingsProgramms (ATP) der BZgA zeigen ab kommendem Jahr speziell ausgebildete Übungsleiterinnen und Übungsleiter in Sportvereinen, wie ältere Menschen bei typischen Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen, Aufstehen oder Hinsetzen ihre Gesundheit verbessern können. Dabei geht es gerade nicht darum, Anstrengungen zu reduzieren. Die Kursteilnehmer sollen vielmehr lernen, ihre körperliche Aktivität bewusst zu erhöhen.
Niedrigschwelliges Angebot erleichtert den Einstieg
Das AlltagsTrainingsProgramm ist als Gruppenkurs gestaltet. Einmal pro Woche üben und trainieren die Kursteilnehmer 60 Minuten lang. Die Übungen sind für Anfänger wie für Wiedereinsteiger gleichermaßen geeignet. Sie sind so gestaltet, dass Sie in Alltagsbekleidung und ohne große Vorbereitung sowie ohne Fitnessgeräte umgesetzt werden können. Jede Kursstunde ist einem speziellen Thema gewidmet, etwa dem Sitzen oder dem Gehen. Die Übungsleiter zeigen zum Beispiel, wie man durch bewusstes Anwenden unterschiedlicher Gehvarianten das Gleichgewicht verbessern und durch den Einsatz von Alltagsgegenständen wie Wasserflaschen und Einkaufstüten die Muskulatur kräftigen kann.
Bewegung beugt Krankheiten vor
Anlässlich der Vorstellung des ATP Ende September in Berlin betonte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, wie wichtig ein Mindestmaß an Bewegung gerade im Alter ist: "Es ist kein Geheimnis: Wer sich auch im Alter ausreichend bewegt, bleibt länger selbstständig und geistig fit", so Gröhe. "Ein körperlich aktiver Lebensstil kann zudem helfen, Erkrankungen vorzubeugen oder bereits bestehende Krankheiten günstig zu beeinflussen." Letzteres belegen zahlreiche Studien. So gilt inzwischen als erwiesen, dass das Risiko, an koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Schlaganfall oder Diabetes Typ 2 zu erkranken, durch körperliche Aktivität deutlich reduziert wird. Ebenso ist bekannt, dass Bewegung Depressionen und Demenzerkrankungen entgegenwirkt sowie bereits erkrankten Menschen hilft, ihren Gesundheitszustand und damit ihr Wohlbefinden zu verbessern.