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"Innovative Wohnformen im Alter"

Stefanie Adler von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros informierte im Live-Chat von "Erfahrung ist Zukunft" und dem ARD-Buffet über Wohnen im Alter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessierten besonders Beratungsangebote zu dieser Thematik und Fragen zur Barrierefreiheit.
Moderator: Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Chat-Besucherinnen und -Besucher!

Ab 14.00 Uhr steht Ihnen Stefanie Adler im Live-Chat von "Erfahrung ist Zukunft" und dem ARD-Buffet zur Verfügung. Das Thema: "Innovative Wohnformen im Alter". Stefanie Adler beantwortet im Live-Chat Ihre Fragen - wir freuen uns über Ihre Beteiligung.

Sie können Ihre Fragen bereits jetzt abschicken! Wir werden diese kurz vor Chatbeginn veröffentlichen.

 
Moderator: Frau Stefanie Adler ist nun eingetroffen und wird ab sofort Ihre Fragen beantworten.

Sie haben nun die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wir freuen uns auf einen spannenden und informativen Chat zum Thema "Innovative Wohnformen im Alter".

 
pauli_78: Was wäre denn für Sie eine innovative Wohnformen im Alter?
 
Ernst.H: Hallo Frau Adler, was macht denn "innovative" Wohnformen aus?
 
Stefanie Adler: Unter innovativen Wohnformen sind Wohnangebote jenseits stationärer Rundumversorgung zu sehen, mit einem hohen Maß an Selbstbestimmtheit und Alltagsnähe. Bisher zählt dazu betreutes Wohnen in einer Seniorenwohnanlage oder zu Hause. Neue Konzepte sind bei Betreuungs- oder Pflegebedarf die Versorgung in einer Pflege-WG oder in einem Quartier. Einen ganz anderen Ansatz geht das gemeinschaftliche Wohnen, das alle Altersgruppen integriert, aber ein hohes Maß an Selbstorganisation und Eigeninitiative erfordert.
 
Statement
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  • Statement von Stefanie Adler von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros
Stefanie Adler von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros zum Thema "Innovative Wohnformen im Alter"

 
Dorothea: Liebe Frau Adler, meine Eltern können nicht länger in ihrem Haus bleiben. Worauf muss ich bei der Suche nach einer seniorengerechten Wohnung achten, in der sie noch weitgehend selbstständig sein können? Danke für Ihre Antwort! Mit freundlichen Grüßen Dorothea.
 
Stefanie Adler: Eine seniorengerechte Wohnung sollte zunächst in erster Linie barrierefrei gestaltet sein, sodass eine selbständige Lebensführung auch bei eingeschränkter Bewegungsfähigkeit möglich ist. Zudem sollten im Umfeld Versorgungs- und Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und öffentlicher Nahverkehr fußläufig und ohne Hindernisse erreichbar sein. Hilfs- und Pflegeangebote sollten für den Bedarfsfall verfügbar sein. Die Vertragsgestaltung von Miete und Betreuungspauschalen sollte genau geprüft werden, da die Spannbreite der Kosten und der angebotenen Dienste sehr hoch sein kann. Auf jeden Fall sollte man das Haus persönlich in Augenschein nehmen und prüfen, ob eine nachbarschaftliche Atmosphäre gegeben ist, die Kontakte und Lebensqualität bietet.
 
sunny: Was sind eigentlich Seniorenbüros und welche Aufgabe übernehmen sie in dem Wohnprojekt?
 
Stefanie Adler: Seniorenbüros sind aus einem Modellprojekt des Bundesfamilienministeriums Ende der Neunzigerjahre hervorgegangen und haben sich als Plattform für bürgerschaftliches Engagement etabliert. Es gibt bundesweit rund 250 Seniorenbüros. In das Kompetenznetzwerk Wohnen sind inzwischen Seniorenbüros in Bremen, Rheinland-Pfalz und Hessen eingebunden. Sie dienen als Anlaufstellen für Beratungsanfragen zu Wohnen im Alter und organisieren den Aufbau und den Einsatz mobiler Beratungsteams.
 
Dieter_Czernitzky: Ich interessiere mich sehr für innovatives Wohnen und möchte gerne wissen, wer ist der Ansprechpartner zu diesem Thema im Saarland?
 
Stefanie Adler: In jedem Bundeslang gibt es regionale Ansprechpartner für gemeinschaftliches Wohnen und andere innovative Wohnformen, die bundesweit über das FGW e.V. (www.fgw-ev.de) vernetzt sind. Für das Saarland steht als Beratungsstelle "Wohnen mittendrin" in Saarbrücken zur Verfügung. Unter dem Menüpunkt "Regionale Kontaktstellen" finden Sie die Kontaktdaten.
 
pauli_78: Wo kann ich mich beraten lassen, wenn ich mehr Informationen zu verschiedenen Wohnformen im Alter haben möchte?
 
Stefanie Adler: Eine Fülle von Informationen zu Wohnen im Alter findet sich auf der Homepage des Modellprogramms "Neues Wohnen" (www.modellprogramm-wohnen.de). Das Internetportal www.kompetenznetzwerk-wohnen.de enthält einen Wissenspool zu neuem Wohnen mit dem Schwerpunkt "Gemeinschaftliches Wohnen".
 
adelheidK: Sehr geehrte Frau Adler, meine Frage betrifft die Möglichkeit eine sogenannte Alten-WG zu gründen. Meine Frau und ich haben ein großes Haus und würden gerne mit anderen älteren Menschen zusammenleben. Welche Möglichkeiten gibt es dafür und können wir öffentliche Gelder beantragen?
 
Stefanie Adler: Zunächst ist zu unterscheiden, ob es eine WG mit Pflege- und Betreuungsbedarf sein soll. Hierzu empfiehlt es sich, gemeinsam mit einem Pflegedienst ein Konzept zu erarbeiten. Für Wohnungsanpassungen hinsichtlich barrierefreier Gestaltung geben die Pflegestützpunkte gute Tipps und Hinweise bzw. in einigen Bundesländern die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen. Sie geben außerdem Auskunft über mögliche Fördermittel. Gibt es keinen Pflegebedarf in dieser Alten-WG, wären die Beratungsstellen für Gemeinschaftliches Wohnen zu kontaktieren. Recherche-Tipps finden Sie unter www.wohnungsanpassung.de und auch www.fgw-ev.de. Hinweisen möchte ich Sie zudem auf den Wettbewerb "Wohnen für (Mehr-)Generationen - Gemeinschaft stärken, Quartier beleben". Näheres finden Sie unter http://www.kfw-foerderbank.de/.
 
tw: Ich habe in letzter Zeit viel über Wohnen von Jung und Alt gelesen - Ältere passen auf Kinder auf, Jüngere übernehmen den Einkauf. Für mich klingt das spannend, aber gibt es bereits konkrete Erfahrungen ob das im Alltag auch funktioniert?
 
Stefanie Adler: Einen lebendigen Pool an Beispielen von bestehenden Gemeinschaftswohnprojekten mit Wohnerfahrung finden Sie unter www.wohnprojekte-portal.de. Wohnprojekte sind so individuell wie die Menschen, die darin leben. Entsprechend bunt und unterschiedlich sind die Gesichter realisierter Projekte, die sich mehr und mehr auf dieser Seite im Netz darstellen und damit auch zur Nachahmung anregen wollen. Ein bundesweites Netz aus Beratungsstellen hat gute und schlechte Erfahrungen der Vergangenheit zusammen getragen, um daraus zu lernen und Tipps für künftige Initiatoren zu geben. Finden Sie Ihre/n AnsprechpartnerIn unter http://www.fgw-ev.de/.
 
helga: Guten Tag Frau Adler. Werden Umbauten im eigenen Haus finanziell unterstützt, wenn diese altersgerecht sind? Worüber kann man so etwas beantragen? Vielen Dank.
 
Wolf-67: Hallo Frau Adler, Kann ich meinen Vermieter dazu zwingen, den Hauseingang und meine Wohnung mit Zugängen, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind, zu versehen?
 
Stefanie Adler: Zuschüsse zu Wohnungsanpassungsmaßnahmen können bei unterschiedlichen Kostenträgern beantragt werden. Pflegekassen können bauliche Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes bis zu einer Höhe von 2500 Euro finanzieren bei einem Eigenanteil von 10 Prozent. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Sozialhilfeträger die richtigen Ansprechpartner sein. Darüber hinaus stellen auch viele Bundesländer Fördermittel zur altersgerechten Umgestaltung des Wohnungsbestandes zur Verfügung. Auch manche Kommunen haben spezielle Förderprogramme. Hinweisen möchte ich Sie zudem auf das KfW-Förderprogramm "Wohnraum modernisieren", über das verbilligte KfW-Darlehen möglich sind.

Gegenüber Vermietern Umbaumaßnahmen durchzusetzen, würde ich eher auf dem Überzeugungswege empfehlen und verdeutlichen, dass solche Anpassungsmaßnahmen den Marktwert der Immobilie steigern können. Konkrete Unterstützung für Ihren Einzelfall finden Sie bei Ihrer Verbraucherzentrale vor Ort.

 
UFahrmeyer: Liebe Frau Adler, ich wohne immer noch in meiner Wohnung in Köln. Allerdings sind Besuche beim Arzt für mich immer schwieriger, denn Busse und Bahnen sind oft nicht behinderten-/ altengerecht ausgestattet. Welche Möglichkeiten gibt es für mich, damit mir Besuche beim Arzt nicht mehr so schwer fallen? Danke für Ihre Mühe, Mit freundlichen Grüßen U. Fahrmeyer
 
Stefanie Adler: Seit Anfang dieses Jahres werden in allen Bundesländern Pflegestützpunkte aufgebaut, die sowohl über Leistungen der Kranken- und Pflegekasse wie auch unterstützende Dienste in einzelnen Stadtteilen, wie z.B. Fahrdienste, Auskunft geben können. Die Pflegestützpunkte bieten Einzelfallberatung und stehen Ihnen als Anlaufpunkt zur Verfügung. Wenden Sie sich an soziale Träger oder das Sozialamt Ihrer Kommune.
 
irene: Mein Mann ist demenzkrank und ich kann mich nicht mehr alleine um ihn kümmern, möchte ihn aber auch nicht den Pflegern in einem Heim überlassen. Können sie mir sagen, welche Angebote es für unseren Fall gibt?
 
Stefanie Adler: Es gibt die Möglichkeit, Angebote der Tagespflege in Anspruch zu nehmen, wo Demenzerkrankte tagsüber betreut werden. Entlastung für Angehörige bieten häufig auch Selbsthilfegruppen oder familienentlastende Dienste, die Sie über die örtliche Sozialstation oder den Pflegestützpunkt erfragen können. Eine moderne, längerfristige Lösung bieten Pflegewohngemeinschaften, in denen die dementen Personen wohnen und wo Angehörige bei der Betreuung mitwirken. Auch hier ist der örtliche Pflegedienst der richtige Ansprechpartner.
 
Moderator: Liebe Chat-Besucherinnen und -Besucher, Sie haben jetzt noch etwa 15 Minuten Zeit, Ihre Fragen an Frau Stefanie Adler zu stellen. Der Chat läuft noch bis 15.00 Uhr.
 
Marianne F.: Sehr geehrte Frau Adler, ich würde gerne wissen, wie ich Menschen finden kann, die auch Interesse an gemeinschaftlichem Wohnen haben?
 
Frieda: Guten Tag Frau Adler. Wie kann man Leute finden, die ebenfalls Interesse haben am gemeinsamen Wohnen? Welche Foren (Anzeigen) sind geeignet? Die Idee: sich jetzt schon kennenlernen, um gemeinsame Wohnform fürs Alter zu gründen!
 
Stefanie Adler: Sie können im Internet unter www.fgw-ev.de Ihren regionalen Ansprechpartner für jedes Bundesland ermitteln. Dort gibt es Kontaktbörsen für Personen, die sich für gemeinschaftliche Wohnprojekte interessieren. Beziehen Sie den Newsletter des FGW, werden Sie regelmäßig über Wohnprojekte-Tage in ganz Deutschland informiert.
 
Charly: Wo gibt es im Bundesgebiet schon Projekte, die beispielhaft mehrere Generationen unter einem Dach - oder lokal in Siedlungsgemeinschaften - zusammenführen - das wären für mich "innovative Wohnformen" - nicht mehr "Altersheime" - alter Hut
 
Stefanie Adler: Unter www.wohnprojekte-portal.de zeigen selbstinitiierte Wohnprojekte ihr Profil. Viele sind kontaktbereit und stehen gerne für einen persönlichen Kontakt zur Verfügung. Demnächst entsteht auf der Homepage des Forums ein Portal für Initiativen im Aufbau. Einzelne Bundesländer haben Landesarbeitsgemeinschaften, die zum Mitmachen einladen. Beispiele von Projektinitiativen finden Sie auch unter www.kompetenznetzwerk-wohnen.de im Wissenspool unter "Best Practice".
 
Balu Dorothee: Guten Tag Frau Adler, eine Anregung - ich bin Fachkraft für barrierefreies Bauen - stelle aber fest, dass noch immer zu häufig nach Krankenhausaufenthalten direkt ins Heim überwiesen wird. Ein Check der Wohnung durch Fachkräfte wäre hilfreich. Wie kann man diese noch recht unbekannte Dienstleistung stärker publizieren?
 
Stefanie Adler: Ohne Frage ist es eine wichtige Dienstleistung, dass im Einzelfall auf barrierefreie Anpassungsmaßnahmen hingewiesen werden kann, die eine Heimeinweisung verhindern. In einigen Bundesländern sind Schnittstellen geschaffen worden zwischen den Beratungsstellen für barrierefreies Wohnen und Pflegestützpunkten bzw. den ehemaligen Beratungs- und Koordinierungsstellen, die den unmittelbaren Kontakt zu den Klienten haben.
 
Andrea: Hallo Frau Adler, bekommt man vom Staat Zuschüsse, wenn man barrierefrei baut, egal, ob man schon älter ist oder nicht? Auch mit dem Kinderwagen kommt man besser zurecht, wenn die z.B. keine Schwellen einen hindern. Danke.
 
Stefanie Adler: Barrierefreies Bauen ist nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für Familien mit Kindern zukunftsweisend. Hinsichtlich der Fördermöglichkeiten verweise ich auf vorherige Antworten.
 
Elisa: Welche Regelungen gibt es eigentlich für die Länge des Aufenthaltes in Wohnprojekten? Kann ich irgendwann gezwungen werden, in ein Heim zu ziehen?
 
Stefanie Adler: Wohnprojekte sind selbstorganisierte Haus- und Nachbarschaftsgemeinschaften, die sich ihr eigenes Konzept geben. Neuere Wohnprojekte integrieren immer häufiger auch eine Pflege-WG, so dass ein Wohnen bis zuletzt möglich ist.
 
SabineK.: Welche Möglichkeiten gibt es, an Informationen über Wohnprojekte für Junge und Alte zu kommen und wer kümmert sich um solche Projekte?
 
Stefanie Adler: Informationen finden Sie, wie oben bereits erwähnt, im Wohnprojekte-Portal oder beim Forum (FGW e.V.). Die Wohnprojekte sind selbstorganisiert und haben keinen Träger.
 
Horst-71: Liebe Frau Adler, ich möchte gerne mit meinem Mann in ein betreutes Wohnprojekt umziehen. Leider ist dies sehr teuer. Welche finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?
 
Stefanie Adler: Da die Spannbreite der Kosten für betreutes Wohnen sehr groß ist, lohnt sich ein Vergleich der Leistungen und Preise. Der örtliche Pflegestützpunkt oder das Sozialamt geben Auskunft über Unterstützungsmöglichkeiten und Adressen.
 
GerdaSchubert: Meine Mutter wohnt alleine auf dem Land und wir Kinder sind weit weg. Welche Möglichkeiten gibt es für sie, mit anderen älteren Menschen in Kontakt zu treten? Und wie könnte das Haus so umgebaut werden, dass sie im Ernstfall schnelle Hilfe rufen kann?
 
Stefanie Adler:  Um schnell Hilfe zu erreichen, empfiehlt sich in jedem Fall, ein Hausnotrufgerät an das häusliche Telefon anzubinden. Die Zentrale ist 24 Stunden am Tag besetzt. Angebote halten die sozialen Träger vor Ort bereit. Recherchetipp: www.bv-hausnotruf.de. Auch Ihnen möchte ich empfehlen, sich für die Einzelfallberatung an die regionalen Träger der freien Wohlfahrtspflege zu wenden.
 
Moderator: Liebe Chat-Besucherinnen und -Besucher, der Chat ist nun beendet!

Wir bedanken uns bei Ihnen, unserem Medienpartner, dem ARD-Buffet, und natürlich bei Frau Stefanie Adler für die interessante Diskussion. Darüber hinaus danken wir der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e.V. und der DRK-Beratungsstelle LebensWohnraum für die fachliche Unterstützung.

Das Protokoll zum Chat werden wir für Sie auf www.erfahrung-ist-zukunft.de zur Verfügung stellen. Schauen Sie einfach mal wieder rein auf www.erfahrung-ist-zukunft.de! Bei konkreten Nachfragen zur Initiative können Sie Ihre Fragen gerne an unsere Redaktion senden: http://www.erfahrung-ist-zukunft.de/Webs/EiZ/DE/WirUeberUns/Kontakt/kontakt.html

Vom 8. bis 10. Juni findet der 9. Deutsche Seniorentag in Leipzig statt. Neben "Wohnen im Alter", Gesundheitsprävention und freiwilligem Engagement begleitet "Erfahrung ist Zukunft" den Besuch der Bundeskanzlerin und berichtet tagesaktuell über die wichtigsten Veranstaltungen. Verfolgen Sie den täglich aktualisierten Internetauftritt von "Erfahrung ist Zukunft" auf http://www.erfahrung-ist-zukunft.de.