Lebenslang lernen heißt, mit Veränderungen Schritt zu halten. Weiterbildungen eröffnen neue Möglichkeiten: im Beruf, aber auch in der Freizeit. Für Ältere gibt es eine breite Auswahl an Angeboten und Förderungen. Welche, das erfahren Sie hier.
SENIORENSTUDIUM Mehr als 20.000 Studierende in Deutschland sind über 60 Jahre alt – Tendenz steigend. Über 50 Hochschulen in Deutschland bieten Studiengänge und Veranstaltungen speziell für Ältere an. Wer als Senior an einer Hochschule studieren möchte, hat mehrere Möglichkeiten: ordentliches Studium, Gasthörerstudium oder Seniorenstudium. Verschiedene Wege an die Universität Das ordentliche Studium ist das reguläre Studium, für das Seniorinnen und Senioren eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) benötigen. Ein Gasthörerstudium ist zur Weiterbildung in bestimmten Disziplinen sinnvoll. So lassen sich auch eigene Kenntnisse auffrischen. Für ein Gasthörerstudium wird in der Regel kein Abitur benötigt. Unter Umständen fällt aber eine geringe Studiengebühr an. Das Seniorenstudium unterscheidet sich kaum vom Gasthörerstudium. Der Vorteil für Senioren liegt darin, dass die Hochschule das Seniorenstudium durch spezielle Beratungs- und Begleitveranstaltungen unterstützt. Wie ein Seniorenstudium konkret organisiert ist, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Informationen erhalten Ältere unter: www.senioren-studium.de Studium neben dem Beruf Für Berufstätige, die ein Weiterbildungsstudium machen wollen, bietet sich ein Fern- oder Abendstudium an. Sofern sie dadurch auch ihre beruflichen Kenntnisse erweitern, können die Lehrgänge eventuell vom Arbeitgeber bezuschusst werden. Hier lohnt sich die Rücksprache mit dem Unternehmen. Viele Hochschulen bieten speziell auf Berufstätige abgestimmte Studiengänge. MEDIENKOMPETENZ IM ALTER Zum Lernen ist es nie zu spät. Wer sich kompetent und souverän in der Medien- und Onlinewelt zurechtfindet, hat bessere Chancen. Zum Beispiel bei der Suche nach Weiterbildungsangeboten, bei der Jobsuche oder bei der Vernetzung mit anderen. Wer neue Dinge erlernt, hält sich außerdem geistig fit. Daher nutzen auch immer mehr ältere Menschen neue Medien. Souverän im Internet Chats, Onlineshopping oder E-Mail: Die Möglichkeiten, im Internet aktiv zu sein, sind groß. Wichtig ist, dabei die Kompetenz, die gewünschten Angebote zu finden. Allen Internetneulingen, aber auch den Erfahrenen hilft dabei die Broschüre "Wegweiser durch die digitale Welt – Für ältere Bürgerinnen und Bürger". Die Broschüre der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) stellt Internetseiten und -angebote für Ältere vor. Das Internetportal www.50plus-ans-netz.de bietet nützliche Informationen für Ältere, die sich mit dem Internet vertraut machen wollen. Unter anderem eine "Aktionslandkarte" von Deutschland mit ausgewählten Internetkursen für Ältere. Diejenigen, die sich mit Onlinemedien vertraut machen wollen, können auch Angebote der örtlichen Volkshochschulen oder Seniorenbüros nutzen. Gemeinsam lernen Der demografische Wandel unserer Gesellschaft hat vielfältige Auswirkungen und beeinflusst auch die Lernkultur zwischen den Generationen. Traditionelle altersübergreifende Lernprozesse, insbesondere in Familien, werden immer weniger selbstverständlich. Damit junge und alte Menschen miteinander in einen ergiebigen Dialog treten können, hat die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung das Projekt "Generationen lernen gemeinsam: Nachhaltigkeit" initiiert. Zentrales Element des Projekts ist eine 18-monatige Fortbildung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Erwachsenenbildung. Die Fortbildung verfolgt zwei Ziele: Bildungskonzepte mit altersheterogenen Gruppen zu vermitteln und diese im Hinblick auf eine "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zu verwirklichen. BILDUNG UND FORSCHUNG Bildung ist eine Grundlage unserer Gesellschaft. Wer lebenslang lernt, fördert sein Können, seine Kreativität und beruflichen Chancen. Fördermöglichkeiten helfen dabei. Zum Beispiel "Arbeiten – Lernen – Kompetenzen entwickeln": Unter diesem Titel fördert das BMBF die berufliche Weiterbildung. Das Programm ermöglicht es Unternehmen, die Voraussetzungen für erfolgreiche Kompetenzentwicklungen zu schaffen. Im Vordergrund steht die Förderung innovativer Ideen, erfolgreicher Produkte und neuer Beschäftigungsmöglichkeiten. Darüber hinaus fördert das BMBF Forschungsprojekte für ein gesundes und selbstbestimmtes Alter. Informationen zum Thema Gesundheitsforschung finden Sie hier: www.bmbf.de/de/10849.php. Weiterbildung allgemein Wer sich weiterbilden möchte, sollte sich an Bildungsberatungsstellen wie die örtlichen Volkshochschulen oder die Lernenden Regionen wenden. Ebenso beraten Wirtschaftskammern sowie die regionalen Bildungswerke der Wirtschaftsverbände. Ein persönliches Beratungsgespräch können Sie deutschlandweit bei einer der mittlerweile 300 Beratungsstellen vereinbaren. Nähere Informationen finden Sie unter www.bildungspraemie.info. Ebenso bietet das Internetportal www.kursnet.arbeitsagentur.de Informationen rund um Weiterbildung. Schnell, aktuell, umfassend und kostenfrei informiert der Deutsche Bildungsserver. Unter www.bildungsserver.de finden sich alle grundlegenden Informationen und Internetquellen zum lebenslangen Lernen. Besonders nützlich für Ältere sind hier die Schwerpunkte "Berufliche Bildung" und "Erwachsenenbildung". Sie ermöglichen den Zugriff auf Angebote, Beratungsstellen und Fördermöglichkeiten. Außerdem können Nutzerinnen und Nutzer bundesweit Kurse nach Datum, Ort, Kursart und Thema recherchieren. Lernen vor Ort In Kooperation mit Stiftungen unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Kreise und kreisfreien Städte, ein regionales Bildungsmanagement zu etablieren. Hierzu werden in etwa 30 Kommunen ab September 2009 die unterschiedlichen Zuständigkeiten für Bildung besser miteinander verknüpft und zentral gesteuert. Ein Schwerpunkt des Programms liegt bei dem Thema des demographischen Wandels. Hierzu wird es in den ausgewählten Kommunen konkrete Angebote geben, die ab der Jahreswende 2009/2010 genutzt werden können.Weitere Informationen finden Sie unter:"Lernen vor Ort" Weiterbildung: Finanzielle Hilfen Um Weiterbildungen zu unterstützen, hat die Bundesregierung eine umfangreiche Qualifizierungsoffensive gestartet. Dazu gehören Förderungen wie die "Bildungsprämie". Prämiengutscheine in Höhe von maximal 154 Euro erhalten Arbeitnehmer sowie Selbständige, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen, maximal 20.000 Euro (bei gemeinsam Veranlagten sind es 40.000 Euro) nicht übersteigt. Mindestens die gleiche Summe muss selbst für die Weiterbildung aufgebracht werden. Unter www.bildungspraemie.info finden Sie weitere Informationen sowie eine Übersicht der mittlerweile 300 Beratungsstellen, bei denen Sie einen Prämiengutschein beantragen können. Wer neben der Arbeit seinen Meister machen will, der kann für die Fortbildung das Meister-BAföG beantragen. Nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) ist diese Förderung altersunabhängig. Einzige Voraussetzung für das Meister-BAföG: Die Fortbildung muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und mit einer staatlich anerkannten Prüfung abschließen. INITIATIVEN "Arbeiten – Lernen – Kompetenzen entwickeln" Bildungsprämie (BMBF) Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung (BMBF)