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Reisen mit 50plus

Junge verreisen, Ältere bleiben im Urlaub eher zu Hause? Stimmt nicht, zumindest nicht in Deutschland. Hier packt die Generation 50plus immer öfter die Koffer, um sich eine Auszeit zu nehmen. Reiseanbieter haben dies erkannt, locken vermehrt mit speziellen Angeboten. Auch soziales Engagement ist im Urlaub möglich - im Rahmen gemeinnütziger Projekte, die unter der Bezeichnung "Volunteering" oder "Freiwilligenarbeit" laufen. Ob Strand oder gemeinnütziger Dienst: Wenn der Urlaub gelingen soll, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Lesen Sie hier, welche!
Es ist erst wenige Wochen her, da brachte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) eine Studie zum Reise- und Urlaubsverhalten in 16 Ländern heraus. Erstaunliches Ergebnis: "Während es in allen anderen Ländern vor allem die jüngeren Menschen sind, die verreisen, gibt es in Deutschland keinen Unterschied zwischen den Generationen." Eine weitere Studie konstatiert: "Best Ager zeigen sich als reiselustige Zielgruppe. Jeder zweite verreist im Jahr zwei- bis dreimal und weitere 10 Prozent sogar öfter." (dmc digital media center: "Best Ager Reisemarkt 2010")
 

Spezielle Angebote der Reiseveranstalter

 
Die Reiseveranstalter stellen sich mehr und mehr auf die Situation ein. Zunehmend bieten sie Programme für ältere Zielgruppen an, wobei gesagt werden muss, dass diese nicht immer und sofort als solche zu erkennen sind. TUI beispielsweise empfiehlt seinen "Club Elan", der besonders Ältere ansprechen soll. In ausgewählten Hotels, so Pressesprecherin Kathrin Spichala, gebe es für Gäste ab 55 Jahren "attraktive Zusatzermäßigungen". Neckermann präsentiert sein "Club Vital Aktivprogramm" als "maßgeschneidert für die wachsende Zielgruppe der Generation 55plus". Auch hier gibt es sogenannte "Senioren­rabatte". Diese bewegen sich – je nach Alter und Reiseziel – zwischen 5 und 20 Prozent.
Mit dem Reiseanbieter ITS kommen ältere Menschen im Sommer 2010 im Rahmen spezieller Angebote sogar gratis in den Urlaub, vorausgesetzt, sie sind mindestens 50 beziehungsweise 55 Jahre alt, reisen in Begleitung zweier regulär zahlender Erwachsener – und können sich mit dem nicht unbedingt schmeichelhaften Namen des Programms anfreunden. Es heißt: "Oma/Opa gratis".

 

Soziales Engagement im Urlaub?

 

Es mag zunächst anders klingen, aber Erholung und soziales Engagement sind kein unüberbrückbarer Gegensatz. Reisen und dabei Gutes tun, das ist in angelsächsischen Ländern schon länger als "Volunteering" bekannt. In Deutschland gibt es dafür unter anderem die Bezeichnung "Freiwilligenarbeit im Ausland". Gemeint sind (Urlaubs-)Aufenthalte, bei denen die Touristen aktiv in gemeinnützige Projekte vor Ort eingebunden sind. Anfänglich eher auf junge Menschen ausgerichtet, werden mehr und mehr auch Ältere als Zielgruppe entdeckt. Allerdings: Wer sich für eine solche Art des Urlaubs entscheidet, muss sich schon bei der Planung engagieren. Eine deutschsprachige Plattform, über die man sich bequem über entsprechende Angebote informieren könnte, gibt es im Augenblick nicht. Auf eigene Faust suchen heißt folglich die Devise.

 

Auf die Gesundheit achten!


Welcher Art auch immer der Urlaub ist, eines gilt auf jeden Fall: Reisen soll die Gesundheit fördern und ihr nicht etwa schaden. Gerade wer eine Fernreise plant, sollte sich deshalb über mögliche Gesundheitsrisiken im Reiseland informieren. Eine gute Gelegenheit dazu bietet der Internetauftritt des Auswärtigen Amtes. Dort gibt es eine eigene Rubrik "Reisen und Gesundheit", in der detailliert auf die Risiken in den jeweiligen Urlaubsgebieten hingewiesen wird und entsprechende Tipps zur Vorbeugung gegeben werden. Es gibt sogar einen Downloadbereich, hier kann man Merkblätter zu den verschiedensten Reisekrankheiten herunterladen. Apropos Fernreise: Nicht nur, aber gerade hier kann sich der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung bezahlt machen. Für wenige Euro im Jahr ist damit eine medizinische Behandlung jenseits der Grenzen abgedeckt. Die meisten Reise-Experten raten deswegen dazu, eine solche Versicherung abzuschließen.


Sicher reisen

 
Auch wenn man im Urlaub gerne unbeschwert ist – ab und zu an die eigene Sicherheit zu denken, lohnt sich. Besonders in Situationen, die viele noch immer nicht als "heikel" einstufen, beispielsweise am öffentlichen Hotel-Computer. Sensible Daten sollte man in einen solchen tunlichst nicht eingeben...
Zur Sicherheit gehört auch die Sicherheit unterwegs, beispielsweise bei der Anreise im eigenen Pkw. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) gibt auf seiner Website Tipps zum sicheren Fahren, der ADAC bietet einen "FahrFitnessCheck" für Ältere an.
 

Wenn etwas schiefläuft

 
Trotz aller Vor- und Umsicht: Nicht immer verläuft ein Urlaub wie geplant. Und nicht immer ist es eigene Schuld. In letzterem Fall ist gut beraten, wer seine Rechte kennt und im Falle einer Panne, die der Reiseveranstalter zu verantworten hat, reklamieren kann. Was dabei im Einzelfall zu berücksichtigen ist, erklärt ein Ratgeber der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Von der Buchung bis zum Aufenthalt vor Ort werden so ziemlich alle denkbaren Reiseprobleme angesprochen. Informationen hinsichtlich der Fristen, die zur Geltendmachung von Ansprüchen eingehalten werden müssen, runden den Band ab. Entgangene Urlaubsfreuden lassen sich mit der Broschüre nicht zurückholen. Eventuell aber ein Teil der eigenen Ausgaben.