Wie komme ich zum Arzt? Wer unterstützt mich im Haushalt? Was mache ich in meiner Freizeit? Diese Fragen gewinnen in Zeiten des demografischen Wandels vor allem in ländlichen Gegenden an Bedeutung. Mehrgenerationenhäuser füllen deshalb das alte Prinzip der Nachbarschaftshilfe mit neuem Leben.
Die vom Bundesfamilienministerium geförderten Mehrgenerationenhäuser kompensieren gerade in ländlichen Gemeinden die teils nicht mehr vorhandenen Bildungs-, Sport-, Kultur und Freizeitangebote. Das Interesse der Menschen an den Mehrgenerationenhäusern lässt sich unter anderem daran ab lesen, dass auf die Angebote eines Mehrgenerationenhauses im ländlichen Raum oder in einer Kleinstadt an einem Tag durchschnitt lich fast 140 Mal zurückgegriffen wird.
Mit gutem Beispiel voran
Das Mehrgenerationenhaus "Dorflinde" in der fränkischen 1.000-Einwohner-Gemeinde Langenfeld ist das wichtigste Zentrum des sozialen Lebens im Dorf. Im offenen Treff kommen die Menschen zusammen und verbringen Zeit miteinander. Das Tagescafé bietet einen regelmäßigen Mittagstisch an, veranstaltet ein mal pro Woche einen Frühstückstreff und lädt monatlich zum Weißwurstfrühschoppen.
Die "Dorflinde" ist aber auch Drehscheibe für eine Vielzahl von haushaltsnahen Dienstleistungen für alle Altersgruppen. Angeboten wer - den Krabbelgruppen, Hausaufgabenbetreuung und Jugendtreffs, aber auch Babysitterkurse, Seniorentreffs, Internetschulungen, eine Hausbibliothek und Nordic-Walking-Kurse. Die "Dorflinde" bietet auch einen Fahrdienst an, der bei Bedarf jedem Dorfbewohner zur Verfügung steht. Die Chauffeure sind ehrenamtlich tätig.
Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser des Bundesfamilienministeriums besteht seit 2006. Die bundesweit über 500 Häusersind Orte, an denen das Miteinander der Generationen wieder aktiv gelebt wird. Darüber hinaus bieten sie gut 2.000 familiennahe und generationenübergreifende Dienstleistungen, die täglich rund 100.000 Menschen nutzen.