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Beschäftigung gestalten

Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten Älterer sind von unschätzbarem Wert. Der Fachkräftemangel verdeutlicht dies. Die Potenziale Älterer müssen erkannt und genutzt werden. Voraussetzungen sind gute Arbeitsbedingungen sowie das Miteinander von Alt und Jung am Arbeitsplatz.
BERUFSCHANCEN
 
Weiterbildungen, Bewerbungen und Eingliederungszuschüsse: Mit den richtigen Förderungen finden ältere Arbeitssuchende wieder einen Job. Denn sie bringen viele Fachkenntnisse mit, die Unternehmen suchen. Arbeitssuchende sollten ihre Erfahrungen nicht verstecken, sondern diese in Bewerbungen präsentieren. Daneben werden der berufliche Wiedereinstieg und die Weiterentwicklung gefördert – mit Angeboten für Arbeitgeber und Arbeitssuchende.
 
Beruflicher Wiedereinstieg
Das Programm "Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wendet sich an ältere Langzeitarbeitslose. In 62 regionalen Beschäftigungspakten arbeiten hier regionale Wirtschaftsverbände, Kammern, Unternehmen und Bildungsträger mit den Grundsicherungsstellen in Netzwerken zusammen. Mit regional zugeschnittenen Förderkonzepten bereiten sie ältere Langzeitarbeitslose auf den Wiedereinstieg vor: zum Beispiel mit Weiterbildungen und Zuschüssen. Sich bewerben will gelernt sein. Gezielte Trainings helfen hier weiter. Diese können über die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter beantragt werden. Für Ältere gilt: nicht das eigene Alter verstecken, sondern die jahrelangen Berufserfahrungen betonen. Oft wissen Arbeitssuchende ihre eigenen Fähigkeiten nicht richtig einzuschätzen. Frauen, die nach längerer Pause zurück ins Berufsleben wollen, hilft beispielsweise die Perspektive Wiedereinstieg. Mehr unter: www.perspektive-wiedereinstieg.de
 
Förderungen zur Arbeitssuche
Für ältere Arbeitssuchende gibt es viele Fördermöglichkeiten. Beispielsweise das Kombilohnmodell. Arbeitslose über 50, die bereit sind, eine geringer bezahlte Stelle anzunehmen, werden so finanziell unterstützt. Die Arbeitsagentur gleicht die Lohneinbußen zu einem guten Teil aus: im ersten Jahr mit 50 Prozent und im zweiten Förderjahr mit 30 Prozent der Differenz zwischen dem früheren und dem neuen Nettogehalt. Bedingung: Die Arbeitssuchenden müssen noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 120 Tagen haben. Unternehmen, die ältere Arbeitssuchende einstellen, können einen Eingliederungszuschuss erhalten. Die Agentur für Arbeit übernimmt im Falle des Vertragsabschlusses mindestens 30 Prozent und höchstens 50 Prozent der Lohnkosten innerhalb der ersten drei Beschäftigungsjahre. Arbeitssuchende mit konkreten Angeboten sollten sich bei ihrer Agentur für Arbeit informieren.
 
Berufliche Weiterbildung
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die eine Weiterbildung anstreben, sollten diese möglichst praxisnah und auf einen konkreten Arbeitsplatz hin ausrichten. Gezielte Umschulungen oder Weiterbildungen fördert die Agentur für Arbeit durch Bildungsgutscheine. Damit werden die Kosten für längere Weiterbildungsmaßnahmen erstattet. Das WeGebAU-Programm der Agentur für Arbeit fördert innerbetriebliche Schulungen für Angestellte ab 45 Jahren. WeGebAu steht für Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen. Die Agentur für Arbeit trägt die Seminarkosten. Voraussetzung: Die Weiterbildung wird durch einen zertifizierten Bildungsträger durchgeführt und der Betrieb umfasst weniger als 250 Angestellte. Dem Arbeitgeber werden gegebenenfalls die Kosten des Arbeitsausfalls erstattet.
 
INITIATIVEN
Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen
Die eigenen Kompetenzen entdecken mit dem ProfilPASS
 
 
ALTERSGERECHTE ARBEITSBEDINGUNGEN
 
Wie gute Arbeit für Ältere konkret aussehen soll, müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam definieren. Dazu gehören gesunde Arbeitsplätze, faire Aufstiegschancen, Weiterbildungsangebote und familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Wichtig ist zudem eine Unternehmenskultur, in der die Potenziale von Jungen und Älteren zusammengeführt werden. Hierzu gibt es – unter anderem im Rahmen der Initiative 50plus des BMAS – verschiedene unterstützende Maßnahmen.
 
Gesund bleiben
Der Förderschwerpunkt "Altersgerechte Arbeitsbedingungen" zeigt neue Wege zur Förderung und zum Erhalt der Gesundheit. Bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen ist der Ausgleich von Arbeitsschutz und Wettbewerbsfähigkeit wichtig. So sorgt die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) dafür, dass die Menschen in Arbeit länger gesund und leistungsfähig bleiben: durch Arbeitsschutz, gezielte gesundheitliche Prävention und angepasste Arbeitszeitgestaltung. Gute Arbeitsbedingungen stärken auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Denn Engagement und Ideen der Beschäftigten sichern die betriebliche Innovationsfähigkeit. INQA arbeitet bereits mit vielen erfolgreichen Firmen zusammen, in denen Ältere gesund und motiviert bis zum Renteneintritt arbeiten. Näheres unter: www.inqa.de
 
Zufrieden bei der Arbeit
Wie es tatsächlich um die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten bestellt ist, zeigt der jährliche "DGB-Index Gute Arbeit". Die Idee dabei ist, Urteile und Ansprüche der Beschäftigten repräsentativ zu erheben. So lassen sich Rückschlüsse auf die Gestaltung der Arbeitswelt ziehen. Speziell um Handwerksberufe geht es bei AWISE (ageing workforce in small enterprises). AWISE steht für "Alternde Belegschaften in kleinen Unternehmen". Das Projekt zeigt Möglichkeiten zur Einführung innovativer Ansätze zur Gestaltung des demografischen Wandels im Handwerk. Präsentiert werden Lösungsvorschläge, wie Widerstände und Vorbehalte in den Betrieben abgebaut werden können. Und die Beschäftigten können sich auch selbst um die eigenen Arbeitsbedingungen bemühen. Wer seine Arbeit durch regelmäßige Pausen "auflockert", fördert die Gesundheit und entspannt Gehirn und Muskeln. Auch Betriebssport kann zur Leistungsfähigkeit beitragen und zudem motivieren.
 
INITIATIVEN
DGB-Index Gute Arbeit
Förderschwerpunkt "Altersgerechte Arbeitsbedingungen" (BMAS)
Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)
 
 
ERFAHRUNGSWISSEN ERHALTEN
 
Wenn ältere Beschäftigte ausscheiden, geht Unternehmen vielfältiges Erfahrungswissen verloren. Notwendig für jede demografiefeste Unternehmenspolitik ist es also, den Wissenstransfer zu sichern. Dabei hilft ein reger Austausch von Jung und Alt. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten älterer Beschäftigter zu nutzen und weiterzugeben. So profitieren jüngere und ältere Beschäftigte voneinander, wenn sie Hand in Hand miteinander arbeiten.
 
Im Team und Tandem
Dabei helfen Tandems von Jung und Alt, (alters)gemischte Teams oder sogenannte Mentorenmodelle. Sie sind als Instrumente eines demografiefesten Personalmanagements unverzichtbar. So können Ältere als Mentoren jüngere Kolleginnen und Kollegen einlernen und ihr Fachwissen weitergeben. In Tandems aus zwei Personen ergänzen sich ältere und jüngere Beschäftigte in ihren Fähigkeiten. Genaue Kenntnisse der eigenen Belegschaft helfen bei der Einführung solcher Modelle.
 
Demografiefeste Unternehmen
Wirtschaftskammern sowie Demografieberater helfen Unternehmen dabei, sich den Herausforderungen zu stellen. Unter www.dihk.de, www.zdh.de  und www.demografie-experten.de erhalten Sie Informationen zu Beratungsangeboten oder Kontakte zu Fachleuten. Das Internetangebot www.der-demograf.de des BMAS macht Unternehmen auf die eigene Personalentwicklung aufmerksam. Betriebe können hier die Altersentwicklung der Belegschaft simulieren und sich über Lösungsansätze informieren. Zudem bietet das Portal Basis- und Hintergrundinformationen rund um das Thema Demografie. Konzepte und Empfehlungen zu Personalpolitik und Personalentwicklung im Mittelstand zeigt beispielsweise das Internetangebot www.perso-net.de. Das Portal wird vom Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft betrieben.
 
INITIATIVEN
RKW Arbeitskreis "Älter werdende Belegschaften"