Möglichst lange fit und leistungsfähig bleiben, das wollen alle Berufstätigen. Aber hierfür muss man etwas tun. Und weil heute die meisten in ihrem Beruf am Schreibtisch oder anderswo sitzen, heißt das vor allem eines: Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung.
Es muss aber kein Marathon sein. Treppensteigen, Spazierengehen oder ein paar Kilometer Walking ist für ältere Arbeitnehmerinnen und -nehmer gesünder als Leistungssport. Entscheidend ist, aktiv zu werden und es auch mit zunehmenden Jahren zu bleiben. Dazu tragen auch tägliche kleine Bewegungspausen im Betrieb bei. Dr. Rainer Thiehoff, Sprecher der INQA, der "Initiative Neue Qualität der Arbeit" (www.inqa.de) betont in diesem Zusammenhang, dass heutzutage immer mehr Menschen immer länger im Erwerbsleben bleiben und damit auch die Leistungsträger älter werden. Viele Unternehmen haben deshalb ihren Gesundheitsschutz entsprechend ausgebaut: Körperliche Bewegung, die zugleich hilft, von der Arbeit abzuschalten, ist Teil einer modernen Firmenkultur geworden. Rückenschule, Qigong, Pilates oder Yoga-Kurse – je nach Branche und Betrieb variieren die Angebote. Es darf auch ein Fußballturnier zwischen den Abteilungen sein. "Entscheidend ist, dass ein Unternehmen die sportliche Aktivität seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördert und akzeptiert", meint Dr. Rainer Thiehoff. "Erfahrung ist Zukunft" hat auch beim Landessportbund Nordrhein-Westfalen, der seit mehr als zehn Jahren im betrieblichen Gesundheitsschutz tätig ist, nachgefragt, wie man sich durch sportliche Betätigung am Arbeitsplatz fit halten kann. Der erste Schritt: Finden Sie heraus, was Sie brauchen! Die einen leiden unter Stress und Termindruck, andere Tätigkeiten sind mit dauerndem Sitzen oder einseitigen Bewegungen verbunden. Solche Fehlbelastungen kann jeder und jede mit entsprechenden Übungen ausgleichen. Und auch das Herz-Kreislauf-System wird mit Bewegungspausen wieder auf Trab gebracht. Expertinnen und Experten, z.B. des Landessportbundes oder der Krankenkassen können Programme für individuelle Bewegungspausen in kleinen Gruppen erarbeiten. Einfache Dehnungs- und Kräftigungsübungen tun allen gut, die sich während der Arbeit kaum bewegen. Rückenprobleme durch falsches oder zu langes Sitzen sind besonders verbreitet. Dagegen helfen Bewegungspausen und die richtige Ergonomie, die übrigens mit zunehmendem Alter an Bedeutung gewinnt. Wichtige Hilfsmittel für gute Haltungsnoten sind höhenverstellbare Schreibtische, an denen man im Sitzen und im Stehen arbeiten kann, oder Sitzhilfen beispielsweise für Verkäuferinnen und Verkäufer, die im Beruf die meiste Zeit des Tages stehen müssen. Probieren Sie ruhig aus, was Ihnen gut tut, denn wichtig für den dauerhaften Erfolg ist: Die Bewegung soll Spaß machen und den eigenen Fähigkeiten angepasst sein, sonst verfallen die meisten nach ein paar Wochen wieder in den alten Trott und geben auf. Entspannt aus der Pause Auch kurze Pausen, um zu relaxen und abzuschalten, sind wertvoll. Sie summieren sich im Endeffekt weniger als eine große Zwangspause, die fällig wird, wenn man durch Überlastung und Stress so ausgepowert ist, dass man davon krank wird. Das sollte noch mehr für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten, die über 30 sind.
Nicht erst Pause machen, wenn man schon total erschöpft ist.
Mikropausen von einigen Sekunden oder Minuten sollten jede Stunde besonders bei Bildschirmarbeit einlegt werden. Auch ein Wechsel unterschiedlicher Tätigkeiten kann hier nützlich sein, also 50 Minuten konzentrierte Bildschirmarbeit, danach Telefonate erledigen.
Mit einem Zeitmanagementkurs lernen Sie, Tätigkeiten so zu strukturieren, dass sie dem eigenen Arbeitsrhythmus entsprechen. Oft wird der gesamte Arbeitsablauf dadurch – trotz Pausen – effektiver. Wer Prioritäten setzen und auch mal "nein" sagen kann, entstresst den Arbeitsalltag.
Entspannungsmethoden, wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, helfen Stress abzubauen und haben auch körperlich eine positive Wirkung.
Abschalten und den Kopf freibekommen sind außerdem gute Präventionsmaßnahmen gegen mentalen Stress am Arbeitsplatz. Heutzutage sind bereits zehn Prozent der Fälle von Arbeitsunfähigkeit psychisch bedingt – durch Überlastung und Stress, Burn-out oder auch Mobbing. Es ist damit zu rechnen, dass diese Zahl weiterhin steigt. Auch Angebote zu Konfliktlösungsstrategien sollten deshalb Inhalt eines aktiven Gesundheitsschutzes in Unternehmen und Betrieben sein. Einige Firmen bieten nach Auskunft der INQA Sprechstunden an, die sich auch gezielt an ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer richten und in denen sie offen über psychische Überlastung am Arbeitsplatz sprechen können. Denn je älter man wird, umso längere Pausen braucht man, um sich wieder vollständig zu regenerieren. Darauf sollte sich jeder einstellen und deshalb werden auch die Mittagspause, Erholungskuren und einzelne Urlaubstage im Laufe des Berufslebens wichtiger.