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"Qualifizierung ist Chefsache"

Der demografische Wandel führt in den nächsten Jahren zu einem steigenden Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft. Für Unternehmen wird es noch bedeutsamer, ihre Beschäftigten betrieblich weiterzubilden und auch vermehrt Ältere einzustellen.
Der demografische Wandel bezeichnet die Tatsache, dass die Zahl der jüngeren Menschen in der Gesellschaft insgesamt abnimmt, während die Zahl der Älteren steigt. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind bereits heute erkennbar. So ist beispielsweise die Zahl der Schulabgänger rückläufig. Im Osten Deutschlands wird 2011 nur noch die Hälfte des Jahrgangs von 2005 die Schulen verlassen. In den westlichen Bundesländern sind es 2018 nur etwa 90 Prozent des Niveaus von 2005. Das Potenzial an Erwerbspersonen wird nach heutigem Stand bis zum Jahr 2050 um rund 20 Prozent zurückgehen.
 
Weiterbildung ist Chefsache
 
Unternehmen müssen sich auf weniger junge Fachkräfte und immer mehr ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen und dürfen trotzdem ihre Innovationsfähigkeit nicht verlieren. "Zukünftig werden Nachwuchskräfte knapper und Belegschaften älter. Nur lebenslanges Lernen kann die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens sicherstellen. Qualifizierung ist daher Chefsache ", sagt Rainer Weißenborn, Ausbildungsleiter bei der E.ON Thüringen Energie AG. Die meisten Betriebe sind sich dieser Anforderungen bewusst: Laut der Bundesagentur für Arbeit halten 90 Prozent der Unternehmen Weiterbildungen für "wichtig" oder "sehr wichtig". Nach Auskunft des Bildungsministeriums bilden sich schon heute 43 Prozent der Bundesbürgerinnen und -bürger regelmäßig weiter. Dieses Potenzial weiter auszubauen, ist ein Mittel gegen den anstehenden Fachkräftemangel und sichert somit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
 
Unterstützung gefragt
 
Die staatliche Unterstützung von Weiterbildungsmaßnahmen können ein zusätzlicher und wichtiger Aspekt für die Betriebe sein: "Auch und gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise sind unsere Unternehmen gut beraten, die Förderangebote des Landes, des Bundes oder der Europäischen Union intensiv zu nutzen", sagt Thomas Kretschmer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaates Thüringen.
 
Konkrete Maßnahmen und Beispiele aus der Praxis stellten Fachleute am 14. Mai 2009 in Erfurt auf einem Workshop der Initiative "Erfahrung ist Zukunft" in Zusammenarbeit mit der Industrie und Handelskammer (IHK) zu Erfurt vor. Die Veranstaltung war Teil einer bundesweiten Workshopreihe der Initiative "Erfahrung ist Zukunft" der Bundesregierung