Aktuelle Studie: Jüngere erwarten von den Älteren zu lernen
Datum: 09.01.2008
91 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen geben an, durch den demografischen Wandel von den Erfahrungen der Älteren lernen zu können. Das ergab eine repräsentative Untersuchung von TNS Emnid im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Befragt wurden 15- bis 25-Jährige nach ihren Einschätzungen über den demografischen Wandel.
Nach den Ergebnissen der Umfrage ist der Begriff „demografischer Wandel“ bei der überwiegenden Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (54 Prozent) nicht bekannt. Zwei Drittel der Befragten weiß allerdings um diese zentral gesellschaftliche Veränderung in Deutschland.
Geteilt sind die Einschätzungen zu den Folgen des demografischen Wandels. Immerhin 57 Prozent befürchten „eher negative“ Auswirkungen auf ihr Leben. Die Hauptsorge gilt den Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz und der beruflichen Entwicklung. Arbeitslosigkeit und Lehrstellenmangel werden mit 46 Prozent als das künftig dringendste Problem eingestuft. Die Alterung der Gesellschaft wird nur von jedem Vierten als „sehr großes Problem“ der nächsten Jahrzehnte angesehen. Immerhin ein Drittel nennt die schwierige Finanzierung des Rentensystems auch in der Zukunft als Problem. Trotz dieser Befürchtungen gaben 91 Prozent der Befragten an, in Zukunft von den Erfahrungen der Älteren lernen zu können.
Betreuung und Engagement sind wichtig
Gespalten sind auch die Ansichten über das zukünftige Verhältnis von Jung und Alt. Mehr als jeder zweite Befragte beurteilt dieses negativ. Das Verhältnis der Generationen zueinander wird von 54 Prozent als eher schlecht bezeichnet. Diese Einschätzung beruht jedoch nicht auf dem familiären Kontext, mit dem die jungen Erwachsenen durchaus zufrieden sind.
Dennoch hält eine deutliche Mehrheit der jungen Erwachsenen die Forderung der älteren Generation nach einem größeren sozialen Engagement für Senioren für berechtigt. Das betrifft insbesondere die Pflege der Großeltern und Eltern. Laut der Studie haben schon 57 Prozent der jungen Erwachsenen Betreuungsaufgaben für Senioren übernommen. 22 Prozent derer, die dies bisher noch nicht getan haben, könnten sich dies mit Sicherheit vorstellen.
Für wichtig erachtet wird darüber hinaus das persönliche Engagement: Etwa jeder vierte Befragte hält für sich persönlich ein soziales, ehrenamtliches Engagement sowie den Kontakt mit älteren Menschen für sehr wichtig. Dazu gehören Aktivitäten, die der demografische Wandel voraussichtlich vermehrt von der jüngeren Generation einfordern wird. Knapp jeder dritte junge Erwachsene ist ehrenamtlich tätig, weitere elf Prozent können es sich mit Sicherheit vorstellen.
Die vollständige Studie können Sie über das BMFSFJ bestellen oder auf der Internetseite des Ministeriums als PDF downloaden.
