Älter werden in Ahlen: Willkommen im Netzwerk!
Datum: 21.11.2007
Von der Sudoku-Gruppe bis zum Onlinemagazin: In der Stadt Ahlen gibt es ungewöhnlich viele Projekte, in denen Seniorinnen und Senioren ehrenamtlich aktiv werden. Möglich machen das ein aktives Netzwerk von Unterstützern – und die städtische Leitstelle "Älter werden in Ahlen".
Quelle: SINN
Die Vorlese-Omas lesen in Kindergärten vor
Ahlen ist eine kleine Stadt in Nordrhein-Westfalen mit 55.500 Einwohnern. 14.000 von ihnen sind über 60 Jahre alt – damit ist Ahlen weder besonders alt noch jung. Alles andere als durchschnittlich ist aber ihre lebendige „Seniorenszene“. Gleich sieben beispielhafte Projekte fand das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) im Rahmen der Studie „Selbstorganisation älterer Menschen“ für das Bundesfamilienministerium: darunter die „Vorlese-Omas“, die in Kindergärten lesen, der Oldie-Computer-Club und das Redaktionsteam von www.senioren-ahlen.de. Sie alle werden von älteren Ahlenerinnen und Ahlenern auf freiwilliger Basis betrieben.
Familienbildungsstätte und Kreispolizeibehörde
In Ahlen zeigten sich die Wirkungen „guter kommunaler Rahmenbedingungen“, so das ISS. Eine zentrale Rolle spielt eine Einrichtung der Stadt: die Leitstelle „Älter werden in Ahlen“. Ihre Aufgabe ist, Engagement und Selbstorganisation zu unterstützen. Mit ihrer Leiterin Ursula Woltering haben die Ahlener Initiativen eine feste Ansprechpartnerin. „Uns geht es darum, immer wieder alle Akteure zusammenzuführen, die sich dann gegenseitig in ihrer Arbeit unterstützen“, sagt Ursula Woltering.
Das Motto für die Seniorenarbeit in Ahlen heißt „SINN – Senioren in neuen Netzwerken“. Die Freiwilligenprojekte, aber auch Träger und andere Institutionen sind im SINN-Netzwerk vertreten: von Kirchengemeinden über die Familienbildungsstätte bis hin zur Verbraucherzentrale und Kreispolizeibehörde. Zwei Mal im Jahr gibt es eine Konferenz, auf der sich die Beteiligten austauschen und ihre Projekte vorstellen.
Moderiert wird das Netzwerk von der Leitstelle. Ursula Woltering spricht auch neue Partner an, motiviert sie zum Mitmachen. Erst kürzlich kam der Kreissportbund dazu. „Das ist sensationell, was wir jetzt zusammen im Bereich Seniorensport machen“, freut sich Woltering. „Die bringen viel Kraft und Engagement ein.“
Sudoku im Rathaus
Gemeinsam werden neue Ideen auf die Beine gestellt und bestehende Initiativen weiterentwickelt. Dabei bringen die Partner die verschiedensten Leistungen ein. Das kann kompetenter Rat sein, tatkräftige Unterstützung durch Personal – oder einfach nur Räume. Die Ahlener Familienbildungsstätte bietet die passenden Weiterbildungen: Schulungen zur Gruppenmoderation, Veranstaltungsorganisation oder Gruppengründung.
Immer wieder ist Starthilfe für neue Ideen gefragt. So half die Leitstelle bei der Gründung einer Sudoku-Gruppe: „Es fehlte ein Raum, also haben wir das im Rathaus gestartet“, erinnert sich Ursula Woltering. Dazu gab es Moderationsmaterial von der Leitstelle. „Die Öffentlichkeitsarbeit hat die Initiative selbst gemacht“, so Woltering. Bei Bedarf unterstützt sie auch dabei. Mittlerweile hat sich die Gruppe etabliert und ist in die Räume einer Kirchengemeinde übergesiedelt.
Klare Erwartungen
Gerade am Anfang einer Initiative ist professionelle Unterstützung für die Freiwilligen enorm hilfreich. „Die Initiativen sind oft projektorientiert, da geht es immer wieder um etwas Neues“, sagt Woltering. Daher seien die Organisation und die Entwicklung von Strukturen besonders wichtig. „Damit kann man die Ehrenamtlichen nicht ganz allein lassen und sagen: Nun macht mal“, so Woltering.
Ein Beispiel sind die Vorlese-Omas: „Wir haben eine Vereinbarung mit den Kindergärten getroffen“, so Woltering. So ist beim Vorlesen immer auch ein Erzieher oder eine Erzieherin dabei, die Gruppengröße ist begrenzt. Die Freiwilligen sind nicht für das Verhalten der Kinder verantwortlich. „Alle Erwartungen sind klar. Diese Sicherheit ist natürlich eine tolle Sache“, so Woltering. Auch in anderen Projekten hat die Leitstelle solche Vereinbarungen angeregt.
Das Fördermittel-Potpourri
Doch Beratung reicht nicht immer. Für viele Projekte wird auch Geld benötigt. Zwar hat die Stadt Ahlen keinen Etat für die Engagementförderung – aber die Leitstelle kann helfen, Mittel zu akquirieren. „Das kommt aus verschiedenen Quellen und Eigenanteilen der Träger“, sagt Woltering. Ob Land, Bund, Europäische Union, Stiftungen oder Firmensponsoring – Förderung für die Ahlener Projekte kam und kommt von vielen Seiten, so Woltering: „Das ist manchmal ein echtes Potpourri.“
Kontakt
Stadt Ahlen
Der Bürgermeister
Fachbereich Jugend und Soziales
Leitstelle Älter werden in Ahlen
Frau Dipl. Päd. Ursula Woltering
Westenmauer 10
Fon: 02382-59467
Fax: 02383-59513
Mail: wolteringu@stadt.ahlen.de
www.senioren-ahlen.de
