Zu fit für die Rente? Gründen Sie eine Firma!
Datum: 24.01.2012
Ältere Menschen, die aktiv im Berufsleben bleiben möchten, können ihre Erfahrung und ihr Know-how nutzen, um als ihr eigener Chef noch einmal durchzustarten. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) unterstützt sie dabei - mit der Initiative "Gründerland Deutschland".
Jedes Jahr gründen rund 400.000 Menschen in Deutschland ein eigenes Unternehmen. Gut, aber noch nicht gut genug, findet das Bundeswirtschaftsministerium und wirbt deshalb dafür, dass noch mehr Menschen den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Dabei hat das Ministerium auch ältere Fachkräfte im Visier. Schließlich geht schon heute jede zehnte Firma mit einer Chefin oder einem Chef im Alter zwischen 55 und 64 Jahren an den Start. Damit diese Zahl in Zukunft weiter steigt, bietet das BMWi im Rahmen der Initiative "Gründerland Deutschland" zahlreiche Beratungs- und Förderangebote an.
Gründerland Deutschland: Initiative für einen guten Start
Gemeinsam mit dem "Deutschen Industrie- und Handelskammertag", dem "Zentralverband des Deutschen Handwerks" sowie dem "Bundesverband der Freien Berufe" hat das BMWi Anfang 2010 die Initiative "Gründerland Deutschland" ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, die Gründungskultur in Deutschland zu stärken und für mehr Unternehmergeist zu werben. Der Grund für das politische und wirtschaftliche Engagement liegt auf der Hand: Gründerinnen und Gründer sind gut für die deutsche Wirtschaft. Sie bringen neue Ideen, Produkte und Technologien auf den Markt und drängen dadurch bestehende Unternehmen dazu, selbst innovativ zu bleiben. Außerdem schaffen sie neue Arbeitsplätze. Wenn mehr Menschen ihr eigenes Unternehmen gründen, bleibt die deutsche Wirtschaft in Schwung.
Vier Themen stehen bei der Initiative "Gründerland Deutschland" im Fokus:
- Menschen aller Altersgruppen, auch die Generation 50plus, sollen durch praktische Informationsangebote und Veranstaltungen motiviert werden, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.
- Schülerinnen und Schüler sowie Studierende können durch gezielte Maßnahmen an Schulen und Hochschulen erfahren, dass die unternehmerische Selbständigkeit eine aussichtsreiche Berufsoption ist.
- Besonders wachstumsstarke innovative Gründungen sollen von verbesserten Finanzierungsmöglichkeiten profitieren.
- Gründerinnen und Gründer, die lieber ein bestehendes Unternehmen übernehmen wollen (www.nexxt-change.org) als ein neues zu gründen, können leichter Kontakt zu Menschen aufnehmen, die eine Firma übergeben wollen. Eine Unternehmensnachfolge bietet gerade erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gute Perspektiven, denn immer seltener stehen geeignete familieninterne Kandidaten zur Fortführung der Betriebe bereit.
Die Unterstützungsangebote für Gründerinnen und Gründer aus verschiedenen Altersgruppen unterscheiden sich dabei nicht wesentlich. Denn es gibt weder den klassischen Gründer an sich noch den Standardtypen eines älteren Gründers. Entsprechend sind die Förder- und Beratungsangebote des Ministeriums so vielfältig angelegt, dass jeder genau die Unterstützung erhält, die er für sein Gründungsvorhaben benötigt.
Information ist alles
Die zentrale Anlaufstelle für alle, die ein Unternehmen gründen wollen, ist das BMWi-Internetportal www.existenzgruender.de. Es begleitet Gründerinnen und Gründer Schritt für Schritt auf ihrem Weg in die Selbständigkeit - von der ersten Idee über die Planung und Finanzierung der Gründung bis zum Unternehmensstart. Für spezielle Fragen stehen im BMWi-Expertenforum rund 50 Ansprechpersonen zur Verfügung, die individuell Auskunft geben. Darüber hinaus gibt es beispielhafte Antworten auf rund 1.500 allgemeingültige Fragen, die Gründungsinteressierten ebenfalls weiterhelfen können. In der Gründungswerkstatt finden Sie alle Werkzeuge, um einen Businessplan zu erstellen, ein Unternehmen zu starten und die Anlaufphase zu bewältigen. Hilfreiche Informationen bieten auch der BMWi-Behörden- und Formularwegweiser, interaktive Checklisten sowie Lernprogramme und eTrainings.
Geld spielt eine Rolle
Neben Information und Beratung ist die Gründungsfinanzierung von zentraler Bedeutung. Hier bieten die Internetseite www.existenzgruender.de und die Broschüre "Gründerland Deutschland" einen ersten Überblick über die wichtigsten Fördermöglichkeiten. Die Broschüre kann auf der BMWi-Internetseite bestellt oder als PDF heruntergeladen werden. Um sich einen umfassenden und aktuellen Überblick über alle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU zu verschaffen, bietet sich die die Internetadresse Online-Förderdatenbank des BMWi an. Sie ermöglicht eine schnelle Orientierung und stellt zu jedem Angebot übersichtliche Informationen bereit.
Das Anzeigenmotiv "Zu fit für die Rente?" ist übrigens mehr als nur eine reine Werbeformel. Studien wie etwa "Ältere Gründerinnen und Gründer" des "RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft" zeigen, dass ältere Gründer fachlich gut qualifiziert sind und über mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Sie erkennen die Chancen, die ihnen eine Gründung bietet, haben eine positive Einstellung zur eigenen Selbständigkeit und sind hoch motiviert. Damit haben sie das Potenzial, um erfolgreich zu gründen - im Dienstleistungsbereich genauso wie in innovativen und wissensbasierten Branchen. Vor allem aber sind sie aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung meist gut vernetzt, was für den Erfolg einer Gründung ausschlaggebend sein kann.

